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    <title>Aufführungsbesprechungen</title>
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    <description>Die Aufführungsbesprechungen dienen in der Theater-Zytig einerseits der Stückwahl. Sie sollen aber auch zeigen, welche Gruppen ihre Stücke wie interpretieren.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Falls Sie Interesse an einer Aufführungsbesprechung haben, laden Sie die Adressliste mit den Fachkräften herunter, nehmen mit der gewünschten Person Kontakt auf und füllen Sie das Formular für die Stückangaben aus.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Da wir aus produktionstechnischen Gründen gerade zur Hochsaison immer wieder in Rückstand geraten mit der Publikation von Aufführungsbesprechungen, dient diese Rubrik der Website auch als Möglichkeit der Vorpublikation.&lt;br/&gt;Die Reihenfolge im Archiv unten ist nach dem Premierendatum, im Archiv, das ins Jahr 2009 zurückreicht, können Sie auch nach Gruppe oder Ortschaft suchen. Weiter zurück liegende Besprechungen finden Sie in den pdf-Ausgaben unter dem Haupt-Menupunkt Archiv (Link oben).</description>
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      <title>Theatergruppe Burgdorf</title>
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      <pubDate>Fri, 25 Nov 2011 22:29:17 +0100</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.theater-zytig.ch/Theater_Zytig/Stuckwahl/Eintrage/2011/11/25_Theatergruppe_Burgdorf_files/111125%20Bespr.%20Burgdorf-Sabine%20Kaech.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.theater-zytig.ch/Theater_Zytig/Stuckwahl/Media/object009_1.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:254px; height:135px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Nach dem vielschichtigen, facettenreichen Stück, das sich die Theatergruppe Burgdorf vor zwei Jahren zum Jubiläum von Beat Sterchi „auf den Leib“ schreiben liess, hat sie sich dieses Jahr für eine Komödie entschieden, um dem Publikum ein schräg-heiteres Vergnügen zu bieten. Dazu eignet sich „Das Festkomitee“ von Sir Alan Ayckbourn gut. Der preisgekrönte und geadelte Autor hat über 70 Theaterstücke geschrieben; zahlreich sind die deutschen Übersetzungen. Die Vorstellung  beginnt mit Klaviermusik, wo nicht selten Töne daneben gehen. Man ahnt bereits, dass das Festkomitee, das ein grosses Freilichtspektakel auf die Beine stellen und durchführen soll, mit harmonischer, konstruktiver Arbeit kaum viel am Hut hat. Zu verschieden sind die Mitglieder. Schon bald geraten der anarchistische Junglehrer und die konservative Frau des Präsidenten hart aneinander. Immer etwas zu spät erscheint Rentner Hungerbühler mit dem Whiskyglas in der Hand. Seine Frau will ihn verlassen und so ertränkt er sein Elend im Alkohol. Stadtrat Zaugg ist ein ideenloser, nervender Prinzipienreiter und seine schwerhörige Mama soll das Protokoll führen. Die lebenslustige Sabrina interessiert sich für den klassenkämpferischen Lehrer und sonst nix. Präsident Loosli fühlt sich wie zwischen Hammer und Amboss und muss sich mit Wutausbrüchen Luft verschaffen. Als Festkomitee ungeeignet, garantiert jedoch dieses Personal (weil aus dem Leben gegriffen) für Heiterkeit im Publikum. Die Rollen wurden adäquat und mit guten SpielerInnen besetzt, mit Stefan Meier ein Regisseur engagiert, der für eine professionelle Inszenierung sorgte. Bühnenbildner Heinz Egger setzte das Festkomitee in ein (für mich) allzu tristes, karges Beizen-Sääli, wo kein Stuhl zum anderen passt, wo weder Heizung noch Licht richtig funktionieren.&lt;br/&gt;Während man sich bei den ersten Sitzungen des Festkomitees in einer Komödie wähnt, der man die Entstehungszeit (1977) mit ihrer Typisierung anmerkt, ist das, was auf der Bühne gesagt und gemacht wird, noch nachvollziehbar. Bald aber entgleitet den Protagonisten zunehmend die Vernunft. Ayckbourn ist nämlich ein Meister der Farce und so verwundert es nicht, dass das Komitee letztlich selbst die Hauptrollen in der angeblich historischen Geschichte von zwei aufständischen Bauern im Kampf gegen Soldaten der Regierung übernimmt und sich bekämpft bis Blut fliesst und die Ambulanz nötig wird. Weil die Behörden den Einsatz eines Pferdes für den Obersten verboten haben, wird diesem ein Steckenpferd zwischen die Beine geklemmt. Die Handlung verliert jeden Bezug zu einer möglichen Realität, das Menschliche, allzu Menschliche kommt dadurch überdeutlich zur Geltung. Fertig lustig! Wer diese Tragik nicht empfindet oder nicht sehen will, kann darf und soll jedoch weiter lachen. Wir sitzen ja im Theater.&lt;br/&gt;Das Sääli wird zum Rückzugsort (beider Parteien), wo man neuen Mut holt, sich die völlig unpassenden, grotesken Uniformen flicken lässt und sich wieder nach draussen ins Getümmel stürzt. Optisch ist das ein Vergnügen. Vom Getümmel, vom Kampf auf dem Marktplatz vor der Beiz habe ich allerdings nichts gehört oder bemerkt. Auch der Tumult im Sääli war an der Premiere wenig dynamisch. Man wollte sich nicht versehentlich weh tun, so mein Eindruck. Während alles aus den Fugen gerät, spielt die betagte Protokollführerin heitere Melodien auf dem Klavier und merkt von allem nichts. Das ist köstlich und führt zum unerwarteten Schluss, wo sie vorschlägt, beim nächsten Festspiel Römer und Helvetier aufeinander los zu lassen. Ihre Recherchen hätten nämlich ergeben, dass es keine Bauern-Revoluzzer gegeben habe.	&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Hugo Kropf&lt;br/&gt;</description>
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      <title>Aaretaler Volksbühne Münsingen</title>
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      <pubDate>Thu, 17 Nov 2011 22:27:45 +0100</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.theater-zytig.ch/Theater_Zytig/Stuckwahl/Eintrage/2011/11/17_Aaretaler_Volksbuhne_Munsingen_files/111117%20Bespr.%20Muensingen.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.theater-zytig.ch/Theater_Zytig/Stuckwahl/Media/object012_1.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:254px; height:135px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Mambo: ein Tanz für geschmeidige Körper. Sexy, aber schwer zu lernen. Ich habe  ihn gefürchtet in der Tanzschule Dubois, vor langer Zeit. Und jetzt die Erfahrung, dass Mambo lernbar ist, Freude macht, auch den Zuschauenden. Ein Bravo für alle Tanzenden der Aaretaler für ihre Ausdauer und den Fleiss, das zu erreichen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Es ist dem Ensemble gelungen, mit einer auf das Wesentliche reduzierten Bühnenfassung eines berühmten Hollywood-Tanzklassikers das Publikum zu berühren und zu begeistern. Wenn zu Beginn aus den Boxen „Be My Baby“ von „The Ronettes“ klingt, werden bei vielen süsse Erinnerungen geweckt. Beatrice Riesen-de Zordo hat ein dance-Theater  modelliert, das die tänzerischen, die musikalischen Elemente und die Handlung dieses Films mitreissend auf der Bühne zum vibrieren bringt.&lt;br/&gt;Dass die Theatergruppe ihr damit einen lang gehegten Wunsch erfüllte, zeugt von Mut. Allerdings war auch „Sound of Music“ vor zwei Jahren eine grosse „Kiste“, welche die Regisseurin mit den Aaretalern erfolgreich realisiert hat. &lt;br/&gt;Erster Applaus für das Bühnenbild welches nicht nur schön ist, sondern auch schnelle Szenenwechsel auf offener Bühne ermöglichte (Martin Zwahlen).&lt;br/&gt;Wie gewohnt geht es am Anfang darum, dass die Zuschauer mit Ort, Zeit, Personen usw. bekannt gemacht werden. Da begrüsst etwas zu überschwänglich der Hoteldirektor wortreich seine noblen Gäste. Dann folgt die militärische Befehlsausgabe an das Hotelpersonal. Spannend ist das nicht, aber notwendig. Dafür bewundert man gern die stilechten, wunderschönen Kostüme aus den Sechzigern, die bis zum Schluss in immer neuen Varianten überraschen (Rosita Lier).&lt;br/&gt;Dann wird durchgestartet. Schon mit dem ersten Tanz geben Remo La Marra als Jimmy Turner und Monika Balsiger als seine Partnerin Patty, Rasse und Klasse vor, der dann das ganze Team folgt; ohne Längen bis zum Schluss. Sie und Jolanda Schild als Sally haben bereits im Januar mit den Tanzproben begonnen (New Dance Academy, T. Mikhail/R. Haller). &lt;br/&gt;Die Geschichte ist einfach; das „Gerüst“ für Musik und Tanz.  Doch es  gibt Szenen, die den Griff zum Nastuch nötig machen. Die Protagonisten sind eben auch  gute SchauspielerInnen. Ich habe Remo La Marra auch schon mit Tony Curtis verglichen (in Charleys Tante); jetzt muss er sich mit Patrick Swayze „messen“. Er überzeugt auch in dieser Rolle; ebenso Jolanda Schild, welche die herzensgute Sally berührend interpretiert. &lt;br/&gt;Nicht nur die Hauptrollen waren ideal besetzt. Im fast orgiastischen Mambo in ihrem rauchgeschwängerten Schuppen zeigte das Hotelpersonal keine Hemmungen vor Körpernähe. Die vier Star-Sisters in ihren adretten US-Militär-Uniformen gewannen die Herzen mit einem rassigen Playback-Medley der Andrew Sisters. Ein Sitznachbar erlitt Atemnot durch Lachanfall. Die drei Poker-Prinzessinnen in ihren schmucken Kleidchen bewiesen, dass ältere Damen den Jungen an Attraktivität und Vitalität ebenbürtig sein können. Das Duett des Direktionspaares  mit dem Song „True Love“ konnte an der Premiere nicht ganz überzeugen. Ein erfahrener Theatermann meinte, es sei das einzige, was er zu kritisieren habe. Neuer Lachanfall beim Sitznachbarn. Ausgelöst von Janet Colby (Samira Zribi), mit ihrer schräg-komischen Wettbewerbs-Song-Parodie. Nach dem emotional bewegenden Schluss-Mambo ist alles Gut und das Publikum dankt mit lang anhaltendem Applaus. &lt;br/&gt;Die engagierte und herzliche Begrüssung und Verabschiedung des Publikums durch den Präsidenten ist in Münsingen Tradition geworden, die für eine Amateurbühne wichtig ist und die Verbundenheit mit dem Publikum und den Sponsoren festigt. Denn eine Amateurbühne hat nie ein anonymes Publikum.  &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Hugo Kropf&lt;br/&gt;</description>
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      <title>Dramatischer Verein Männedorf</title>
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      <pubDate>Sat, 12 Nov 2011 22:25:37 +0100</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.theater-zytig.ch/Theater_Zytig/Stuckwahl/Eintrage/2011/11/12_Dramatischer_Verein_Mannedorf_files/111112%20Bespr.%20Maennedorf.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.theater-zytig.ch/Theater_Zytig/Stuckwahl/Media/object013_1.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:254px; height:135px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;1934 drehte der berühmte österreichische Theaterregisseur Max Reinhardt seinen einzigen Hollywood-Film. Für das Warner Brothers Studio verfilmte er Shakespeares „Sommernachtstraum“. Ken Ludwig (in Theaterkreisen vor allem bekannt für „Othello darf nicht platzen“) brachte 2003 eine Komödie über die damaligen Dreharbeiten zur Aufführung. Der Dramatische Verein Männedorf hat nun das Stück „Shakespeare in Hollywood“ als schweizerische Erstaufführung inszeniert. Wie Regisseurin Kristin Anderegg erläutert, ist sie vor allem von den verschiedenen Ebenen des Stückes fasziniert. Ludwig baute nämlich ein, dass die „echten“ Elfen Puck und Oberon ebenfalls bei den Dreharbeiten mitmischen. Das Stück ist eine amüsante Vermischung von Real- und Fantasiewelt. Gemäss Anderegg könnten sich einige Zuschauende überfordert fühlen, da sie sich mit Shakespeare nicht auskennen. Literarische Vorkenntnisse sind allerdings keine Voraussetzung für das Verständnis des Stückes, da  alles nötige (z.B. die Funktion der Zauberblume) erklärt wird. Das Premierenpublikum ist dann auch begeistert, immer und immer wieder gibt es Szenenapplaus.  &lt;br/&gt;Das Ensemble spielt kompakt und sicher. Neben Mundart wird in einer gelungenen Kombination auch in hochdeutschen Shakespeare-Versen gesprochen. Immer wieder lockern abwechslungsreiche Szenen  das Stück auf, so findet plötzlich eine Verfolgung im Slapstick-Stil mit passender Musik statt. Ein besonderes Highlight sind die Auftritte einzelner Spielenden vor dem geschlossenen Vorhang. Olivia etwa, neu in der Welt der Stars, schreibt berührende Briefe an ihre Mutter und Jack Warner spielt gleich selbst alle vier Warnerbrüder. Max Reinhardt führt als Erzähler wunderbar überlegen, wie aus einer höheren Warte,  durch die Geschichte. Er hätte sogar noch etwas erhabener agieren können. Puck und Oberon geben in ihren Elfenkostümen plausible Fantasie-Figuren. Warners Assistent Daryl in seiner trockenen Art wandelt sich vom Ja-Sager zum Objekt der Begierde von drei Personen, die er allesamt abwehren muss. Schauspieler Powell verwirrt das Publikum, obwohl als grosser Star eingeführt, muss er Oberon um Hilfe bitten. Sittenwächterin Hays ist als Moralistin glaubhaft und bringt mit ihrer Selbstbewunderung das Publikum zum Lachen. Die Möchtegern-Star-Schauspielerin Lydia spielt bravourös gewollt schlecht. Insbesondere als sie beginnt, die Shakespeare-Verse rückwärts zu sprechen, gibt es im Publikum kein Halten mehr. &lt;br/&gt;Die grosse Bühne im neugebauten Gemeindesaal wird geschickt ausgenutzt. Es ist so viel Platz vorhanden, dass gleichzeitig das Büro der Warner Brothers und die Kulisse des Films (erst Zauberwald, dann Umgebung von Athen) dargestellt werden können. Das Bühnenbild ist sinnvoll reduziert, ein Plakat und drei alte Filmrollen machen klar, dass die Handlung in den Räumen der Warner Brothers spielt.&lt;br/&gt;Man darf gespannt sein, ob „Shakespeare in Hollywood“ von weiteren Amateurgruppen inszeniert werden wird. &lt;br/&gt;Was sich aber 1934 bei den Dreharbeiten tatsächlich alles zugetragen hat, wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Martin Urs Rohner&lt;br/&gt;</description>
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      <title>Baseldytschi Bihni</title>
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      <pubDate>Thu, 10 Nov 2011 22:13:17 +0100</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.theater-zytig.ch/Theater_Zytig/Stuckwahl/Eintrage/2011/11/10_Baseldytschi_Bihni_files/dv1260019_b-1.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.theater-zytig.ch/Theater_Zytig/Stuckwahl/Media/object005_3.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:254px; height:135px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Das Stück wird als Farce bezeichnet. Nun, was sagt Wikipedia dazu?&lt;br/&gt;Im Gegensatz zu romantischen Komödien enthält die Farce normalerweise keine traditionelle Handlung, die frustrierte Liebende, die Hindernisse überwinden, zeigt. Der Fokus liegt häufiger darauf, dass eine Grenze überschritten wird oder etwas vor den anderen Figuren verheimlicht werden soll und auf einer daraus resultierenden unvorhersehbaren Kettenreaktion. In einer Farce im Theater gibt es normalerweise nur einen Spielort. Dabei handelt es sich häufig um Gesellschaftsräume in Familienhäusern, die viele Türen zu angrenzenden Räumen haben. Als Alternative kann es sich bei diesem Spielort auch um ein Hotel, ein Krankenhaus oder ein Büro handeln.&lt;br/&gt;Genau nach diesem Rezept hat die Regisseurin Salomé Im Hof dafür gesorgt, dass zwei Stunden beste Unterhaltung geboten werden. Der «Konflikt» im Stück, der als skurriles Kaleidoskop daherkommt, könnte auch in einem Drama von Ibsen oder Strindberg angesiedelt sein. Denn: Ist es unterhaltsam, wenn jemand jemanden nicht ausstehen kann? Lässt sich daraus für zwei Stunden etwas «basteln», das dem Zuschauer Vergnügen bereitet? Wie ähneln sich doch Drama und Lustspiel, derselbe Text, ein anderes Vorzeichen und schon wechselt der Zuschauer (und der auf der Bühne Betroffene) von himmelhochjauchzend zu Tode betrübt. Englischer Humor ist speziell, der Witz meist versteckt, in Metaphern gekleidet. Das Schlauchboot im Wohnzimmer beispielsweise (three men in a boat!) ist entweder vom Autor so vorgegeben oder ein herrlicher Einfall der Regie. Ebenso die Plastikplane, die von den Handwerkern liegen gelassen wurde, wird zu einem Requisit, das an das Tigerfell des Dinners for one erinnert und beim Zuschauer ein Kribbeln auslöst. Wird nun gestolpert oder nicht und wenn ja, wie? Wer schon einmal während eines Umbaus des Hauses in einer Baustelle gewohnt hat, wird sich an die «Zustände» erinnern. Hans «Dätt» Marti hat wieder einmal ein Bühnenbild geschaffen, das dem Stück voll und ganz gerecht wird und in Robi Pipoz einen exzellenten «Baumeister» gefunden. Die Abläufe – egal, ob Auftritt oder Abgang, das Spiel mit den Requisiten, ja, auch das Spiel mit dem Partner, all das erfolgt mit einer Präzision und Leichtigkeit, als wäre das schon immer so gewesen und dabei ist es doch das Ergebnis von harter Knochenarbeit. Aus der Rolle des Pfarrers wurde noch ein halbes Dutzend weiterer Auftritte von der Regie ins Stück aufgenommen. Herrlich, wie Basil Thurneysen uns seine Wandlungsfähigkeit zeigt. Natürlich kann man bei der «Bearbeitung» geteilter Meinung sein, aber wenn ich ein Rezept nachkoche und statt Muskatnuss Kümmel als Gewürz verwende, wer will, wenn das Ergebnis besser ist, etwas dagegen ins Feld führen? Lichtwechsel, Tempowechsel, Lautstärkewechsel, die ganze Tonleiter rauf und runter, Rhythmuswechsel, alles klappt wie am Schnürchen. Es werden nicht die Grenzen des Amateurtheaters gezeigt, sondern die Möglichkeiten. Salopp ausgedrückt, könnte man den Unterschied zwischen Berufstheater und Laientheater auch so formulieren: Die einen leben davon, die anderen dafür. Die Pointen werden serviert wie die Gänge in einem Nobelrestaurant. Mit der Figur des Albi leidet man, zittert und bangt man mit. Ein Darsteller, der alle Register zieht! Weil er es kann! Jede einzelne Figur ist eine Charakterstudie, allen Interpreten darf man gratulieren. Feine Anspielungen ans Lokalkolorit, Wettsteinquartier und Engelgasse, dazu ein gepflegtes Baseldytsch, weder Gasse noch Salon, Wortspiele und Wortwitz zünden und landen beim Publikum, das aus voller Kehle und aus vollem Herzen lacht. Szenenapplaus reiht sich an Szenenapplaus. Am Ende hat der «mütterliche Egoismus» verspielt, alles endet mit «noch einmal gut gegangen» und das Publikum geht nach Hause und weiss, was es schon immer wusste: Die Liebe ist ein seltsames Spiel.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Hans Stelzer&lt;br/&gt;</description>
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      <title>Liebhaber Bühne Biel</title>
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      <pubDate>Sat, 5 Nov 2011 22:23:01 +0100</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.theater-zytig.ch/Theater_Zytig/Stuckwahl/Eintrage/2011/11/5_Liebhaber_Buhne_Biel_files/dv1260019_b-1.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.theater-zytig.ch/Theater_Zytig/Stuckwahl/Media/object005_4.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:254px; height:135px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Allein schon die äussere Erscheinung dieser Frau löst im Publikum Heiterkeit aus: Die farbigen Wollstrümpfe und die dazu passenden Wanderschuhe stechen ins Auge. Zudem hat diese weibliche Frohnatur eine besondere Gabe: Sie träumt über Vorkommnisse, die sich bald darauf ereignen. Sie träumt nicht bloss davon, sie verspürt auch den Drang, es den Betroffenen persönlich zu verkünden. Frau Seeholzer aus Grossaffoltern im Emmental kommt unangemeldet auf Besuch; den einen geht sie auf den Nerv, die andern finden ihr Gaudi an ihrem feschen Auftreten. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ein farbenfrohes zweckmässiges Bühnenbild sorgt für das stimmungsvolle Spiel-Umfeld: die Möblierung lässt daraus schliessen, dass hier materiell Begüterte leben. Im Hintergrund hängt an der Wand ein grosses Gemälde. Frau Seeholzer fasst es auf einmal scharf ins Auge und meint, das Bild sei neu, in ihrem Traum komme es jedenfalls nicht vor. Kurz darauf fällt das Kunstwerk krachend zu Boden – das Publikum hat schon darauf gewartet. Und Frau Seeholzer triumphiert, sie hätte es ja gewusst, dass an dieser Wand kein Bild hänge.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Sie hat auch geträumt, dass ein kurz bervorstehendes Hochzeit nicht stattfinden kann, weil sich die Braut Hals über Kopf in einen anderen verknallt. Dieser vermeintliche Alptraum wird schliesslich in einem Happyend für alle enden. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Story ist simpel, lebt aber von komischen Situationen, die sich laufend neu ergeben. Regiesseur Rolf Gilomen hat darauf geachtet, dass durch verschiedene Gags das gut gelaunte Theaterpublikum auf seine Rechnung kommt. Ganz besonders die schmissig vorgeführte, speziell für diese Inszenierung einstudierte Tanzeinlage des Dienstmädchens hat beim Publikum grossen Anklang gefunden.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;„Guet Nacht Frau Seeholzer“ ist ein klassischer Schwank aus der Vergangenheit, vermag aber immer noch Freude und Spass am Spielen und Zuschauen auszulösen. Alles Theater nur.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Urs Hirschi    </description>
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      <title>Theater Poltrone</title>
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      <pubDate>Thu, 3 Nov 2011 22:12:45 +0100</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.theater-zytig.ch/Theater_Zytig/Stuckwahl/Eintrage/2011/11/3_Theater_Poltrone_files/droppedImage.png&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.theater-zytig.ch/Theater_Zytig/Stuckwahl/Media/object004_1.png&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:254px; height:135px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Als Zuschauer ist mir bei den «Feinen Herrschaften» etwas passiert, das ich nur aus meiner Jugendzeit kenne, nämlich, dass ich wie beim Kasperle-Theater mit den Akteuren mitgefiebert habe und wünschte, sie würden nicht erwischt werden. Ja, wobei? &lt;br/&gt;Dazu später, zu erwähnen ist der offene Vorhang, der ein Bühnenbild mit geschickter Aufteilung frei gibt, eine Zeitlosigkeit vermittelt, die den Blick aufs Geschehen frei lässt und der Phantasie erlaubt, sich an irgendeinem Detail kurz ins Zentrum der Handlung zu «beamen». An einer Wand hängt ein altmodisches Telefon (50-erJahre?), das zu Betrachtungen anregt, welches Requisit wohl in 20 Jahren das heutige iPhone ersetzen wird. Fantasie und Liebe zum Detail sprechen an. Apropos sprechen,  auch bei dieser Inszenierung (professionelle Regie ist für den Amateur immer ein Geschenk!), ist die Aussprache ein zentrales Ziel der Probenarbeit gewesen, die Konsonanten werden auf eine Art und Weise gepflegt, die Freude macht. Die Diktion wird genussvoll zelebriert. Konzessionen an eine modernere Form des Dialekts dürften wohl eher den «Ureinwohnern» bewusst geworden sein. Unsere heutige Form der Sprache findet sich wohl eher im Tram als im Salon. Auch das ist aber – historisch gesehen – nur ein Aggregatzustand. Kleine, feine Gesten und Unterschiede der Charaktere der beiden «Ladies» beim Cognac rufen Entzücken hervor. Dem Zuschauer erschliesst sich ein packendes Portrait einer Figur, wie sie vornehmlich englische Lustspiele bieten. Die Kostüme sind geschmackvoll den Personen angepasst, mit feiner Ironie, wie auch der Text in seiner Doppelbödigkeit ein adäquates Pendent darstellt. Es macht Spass, einem Schlagabtausch nach dem anderen höchst amüsiert zuzuhören. Die Anschlüsse werden wie ein Steak in einem Nobelrestaurant serviert: genau auf den Punkt. Ein Stück, das im Grunde ein Konversationsstück ist, mit Laien so spannend zu inszenieren, dass hier eine knisternde, zum Teil höchst brisante Spannung entsteht und der Zuschauer mitfiebert, ob die «Gutmenschen» ihre edlen Vorsätze ausführen können, ist eine Leistung, die dem Regisseur Tom Müller wie auch allen Darstellern gleichermassen zugerechnet werden muss. Der Lilly würde ich wünschen, dass sie sich mehr Zeit für ihre Gedanken und Überlegungen lässt, gerade in grösster Hektik sind solche Momente des kurzen Verweilens der Figur nicht abträglich, obwohl gerade die Hektik das eigentlich nicht zulassen kann. Die Figur des Albert ist eine in Ansätzen grossartig gelungene Persiflage eines englischen Colonels, dem der Schwachsinn eines Militärkopfes mit der Muttermilch eingegeben worden sein muss. Die junge Käthi Hatfield zeigt eine Präsenz, die man goutiert. Die Lust am Spiel korreliert dem Können. Wie in einem Meeting der Führungsetage wird mit Flipchart der Plan des Vorgehens dargestellt, aber auf eine Art und Weise, dass man sich nicht nur kugelt vor Lachen sondern sich fragt, ob’s nicht im wirklichen Leben auch so ist. (Nein, Freunde, es ist schlimmer und ich weiss, wovon ich rede!) Klamauk und lyrische Szenen gelingen, das stumme Spiel ist überzeugend einstudiert, Abgänge klappen auf den Punkt und das Spiel mit Requisiten ist in den Ansätzen gut und nicht weit von Professionalität entfernt. Als Zuschauer habe ich mitgefiebert, besonders als die beiden Polizisten (tumbe Toren, aber herrlich unterbelichtet gespielt) versuchen, Licht ins Dunkle zu bringen. Ich weiss nicht, wessen Puls da höher schlug, meiner oder der der Spieler. Ein Gag jagt den anderen, das grosse Halali am Ende erlöst das Publikum und endlich darf man applaudieren. Das Warten hat sich gelohnt. Und die Moral von der Geschichte: Die Regeln der Gesellschaft werden nicht übertreten, sondern angewendet. Das ist die eigentliche Krux. Und deswegen sei Bert Brecht das letzte Wort gegeben: Was ist der Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Hans Stelzer&lt;br/&gt;</description>
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      <title>Theater Glarus</title>
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      <pubDate>Sat, 29 Oct 2011 14:53:19 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.theater-zytig.ch/Theater_Zytig/Stuckwahl/Eintrage/2011/10/29_Theater_Glarus_files/Bespr.%20Glarus.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.theater-zytig.ch/Theater_Zytig/Stuckwahl/Media/object004_1.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:254px; height:135px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Beim Eintritt in den Saal war ein Bühnenbild zu sehen, das einfach aber trotzdem wirkungsvoll die Szenerie zeigte: Eine Tür, der Ausgang aus einem herrschaftlichen Zimmer. Vorhang weggezogen: Der Eingang zu einer Schenke. Ein weiterer Zug und zwei Türen zu den Gasthofzimmern wurden sichtbar. Alles schwarz, die Türen weiss aufgemalt. Auf der Bühne eine weitere, schmale Bühne, die den Spielort einschränkte, was dem späteren Spiel äussert zupasse kam. Mobiliar: Keins und man vermisste es in keinem Moment: Ein überzeugendes Bühnenbildkonzept. Dazu kam eine interessante Maskenarbeit: Die Protagonisten waren sehr natürlich geschminkt, einzig die klassischen Commedia dell'Arte-Figuren trugen aufgeschminkte Maske, was etwas Comic-artiges, Schräges ergab. Die Kostüme waren schön auf die Figuren und untereinander abgestimmt und kamen vor dem dunkeln Bühnenbild wunderbar zur Geltung. Dann begann das Spiel, zu Beginn etwas zögerlich, gemütlich, nahm dann aber immer mehr Fahrt auf, um vor der Pause zu einem absoluten Höhepunkt zu gelangen in der Servierszene. Da hat man sich dann doch gefragt, gelingt es dem Ensemble, nach der Pause innert nützlicher Frist wieder auf diesen Level zu kommen. Und ja, sie schafften es. Innert kürzester Zeit hatten sie ihr Publikum wieder im Griff und spielten lustvoll auf.&lt;br/&gt;Der Dottore und der Pantalone waren die beiden Felsen in der Brandung, gekonnt, routiniert, an denen sich die anderen orientieren konnten. Clarice war eine schöne junge Unschuld, die dann aber richtig trötzeln konnte, wenn es nicht so lief, wie sie sich das vorgestellt hatte. Ihr Verehrer Silvio wurde sauber, temperamentvoll bis schmachtend gegeben. Smeraldina wusste mit Temperament und Spielfreude zu glänzen. Florindo kam als stolzer Edelmann gut über die Rampe. Seine angebetete Beatrice überzeugte mit ihren diversen Mann/Frau-Wechseln. Brighella hatte bei seiner wunderbaren Nummer mit der italienisch gesprochenen Speise-Karte einen verdienten Szenen-Applaus. Die Kleindarsteller machten ihre Sache gut und waren gekonnt in die Umbauarbeiten eingebunden. Zum Schluss möchte ich zum Truffaldino kommen. Ohne einen guten Diener wird dieses Goldoni-Stück schnell einmal fad. Und da gab’s in Glarus nichts zu meckern: Nach einer kurzen Anlaufzeit, welche wohl, wie auch bei den anderen Darstellenden, auf die Premierenervosität zurückzuführen war, gab der dann so richtig Gas: Quirlig, beweglich, lebendig mit herrlicher Mimik, immer präsent, steckte er das Publikum in die Tasche und überzeugte voll und ganz. Spannend wäre es, das Stück gegen Ende der Vorstellungsserie nochmals zu sehen. Ich bin überzeugt, wenn es etwas eingespielt ist, wird es ein noch grösserer Spass sein.&lt;br/&gt;Insgesamt eine geschlossene Ensemble-Leistung mit sehr schönen Figuren und vielen tollen Regie-Ideen. Die Szenen-Übergänge wurden mit einfacher und schöner Gitarrenmusik begleitet. Die Lichtarbeit war nicht einfach, wurde aber ebenfalls gut gemeistert. Die Fahrt ins Glarnerland hat sich einmal mehr gelohnt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Gerhard Lengen&lt;br/&gt;</description>
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      <title>Volkstheater Wädenswil</title>
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      <pubDate>Sat, 3 Sep 2011 14:53:57 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.theater-zytig.ch/Theater_Zytig/Stuckwahl/Eintrage/2011/9/3_Volkstheater_Wadenswil_files/Bespr.%20Waedenswil.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.theater-zytig.ch/Theater_Zytig/Stuckwahl/Media/object007_1.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:254px; height:135px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Der Spielort der Wädenswiler ist ein Erlebnis für sich. Das Kalthaus der ZHAW ist ein leerer Raum nach Peter Brooks, der frei nach dem Konzept der Regie eingerichtet werden kann. Dass dies auch einen enormen Aufwand bedeutet, kann das Publikum höchstens erahnen. Insider wissen aber bereits beim Eintreten in den Saal einmal mehr, den Einsatz all der unzähligen Helfenden im Hintergrund zu schätzen, welche solche Inszenierungen erst möglich machen. Die Bühne befand sich nämlich mitten im Raum, das Publikum sass entweder auf der Seite der Cs oder der Ms. Leider wurde dieses Grundkonzept in der Inszenierung zu wenig deutlich aufgenommen, indem sich die eine Gruppe beispielsweise jeweils vermehrt um «sein» Volk gekümmert hätte.&lt;br/&gt;Der Auftritt des Ensembles liess bereits einen farbigen Abend erahnen. Durch ein klares Kostümkonzept waren sofort alle Zuordnungen klar.&lt;br/&gt;Die Inszenierung wirkte frisch und modern, äusserst schwierige Parallelszenen wurden gekonnt gemeistert. Der Rhythmus der Szenen war anfangs gut abgestimmt und es gab einige Höhepunkte, insbesondere bei den «Massenszenen». Sehr amüsant beispielsweise die Massenschlägerei. Gleichzeitig war die starke Typisierung der Charaktere auch eine Schwäche der Vorlage. Die Motivation für die Eskalation im Stück ging meines Erachtens völlig verloren. Kein Wunder, wurde beim Abtransport der Leiche gelacht. In der Folge plätscherte das Stück etwas vor sich hin und es gab kaum mehr eine Entwicklung. Es war zwischendurch nicht ganz klar, ob nun eigentlich beabsichtigt gewesen war, aus der Vorlage eine Komödie zu machen. Denn das Ensemble bewies, dass es dazu durchaus noch mehr hätte bieten können. Mit grosser Spiellust wurden die verschiedenen Typen dargestellt und man freute sich über die Muskelprotze, Mitläufer, Lamaschi und Bubis auf beiden Seiten des Laufstegs. Egal, ob diese nun grau oder bunt gekleidet waren, ihr Spiel war meist schwarz-weiss, und das meine ich durchaus als Kompliment&lt;br/&gt;Bewusst hatte sich die Regisseurin nicht für die Jüngsten des Ensembles als Hauptpaar entschieden, um damit auch die Zeitlosigkeit irrationalen Handelns aufzuzeigen. Kann man durchaus so machen, kann man aber genau so gut auch in Frage stellen. Ich weiss schlicht nicht, was besser gewesen wäre. Als Zuschauer hatte ich allerdings eher öfter das Gefühl mangelnder Plausibilität. Ich vermute aber stark, dass dies an der Vorlage lag, welcher man halt zu deutlich anmerkte, dass sie ursprünglich für Jugendliche geschrieben wurde.&lt;br/&gt;Am Schluss blieb für mich deshalb neben einigen kleineren Fragezeichen dieses gros se: Kann es funktionieren, ein Stück, das von seinem Gestus her klar für ein Jugendtheater konzipiert wurde, mit Erwachsenen zu spielen? Mich persönlich hat es irritiert, wahrscheinlich hätte man noch stärker mit diesen Archetypen spielen und deren Spiel noch mehr stilisieren sollen, damit es wirklich zum Text gepasst hätte. &lt;br/&gt;Nichts desto trotz war es ein Theaterabend, der das grosse Potenzial dieser Gruppe und vor allem deren Experimentierfreudigkeit gezeigt hat. Und da darf ruhig einmal etwas am Ende auch nicht zu hundert Prozent aufgehen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Hannes Zaugg-Graf</description>
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      <title>Laienbühne Pratteln</title>
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      <pubDate>Sat, 20 Aug 2011 21:01:02 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.theater-zytig.ch/Theater_Zytig/Stuckwahl/Eintrage/2011/8/20_Laienbuhne_Pratteln_files/droppedImage.png&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.theater-zytig.ch/Theater_Zytig/Stuckwahl/Media/object002_1.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:254px; height:135px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Es gibt Theatergruppen, da ist der Spielplan Ambition und es gibt Theatergruppen, da ist der Spielplan Programm. Nun ist absolut nichts gegen Ambition einzuwenden. Wenn ich mich nach oben orientiere, werde ich eines Tages das anvisierte Ziel möglicherweise ganz sicher erreicht haben.&lt;br/&gt;Wenn aber der Spielplan Programm ist, dann steht die Liga fest und ein Verlassen dieser Liga würden weder die Zuschauer der Theatergruppe noch die Gruppe sich selbst zubilligen. Es macht Spass und Freude, Theater so zu sehen, wie es gemeint ist. Damit es aber so gespielt wird, braucht es wie beim Kochen die entsprechenden Zutaten. Qualität und Frische sind gefordert. Das wären dann beim Theaterspielen die Regie (Qualität) und das Können und die absolute Hingabe an Rolle und Spiel, eben jene «Marktfrische», die die Sinnenfreude erzeugt, wie man sie etwa beim Spazieren über einen Wochenmarkt hat. Nuancierte Auswüchse an Farben und Düften.&lt;br/&gt;Nach der letzten Saison durfte man gespannt sein, welches Projekt die Laienbühne Pratteln diesmal realisieren würde und die Erwartungen, das sei vorweg genommen, wurden mehr als erfüllt. Caroline Gut hat den Stoff seziert und aus den Ergebnissen Erkenntnisse gewonnen und so umgesetzt, dass ein starker Theaterabend entstanden ist und eine Sichtweise frei gab, die vom Amüsement bis zur Betroffenheit führte. Beklemmende Bilder, wie etwa die Erzählungen der Bäuerinnen, die im «freeze» endet, oder der comic-artige Auftritt der Touristengruppe, die das Rütli und das Matterhorn sucht – oder suchen sie doch eher die Schweizer Identität? Stark die Szene zwischen Christine und dem Jäger, wo sie ihm alles bietet, «numme kai Kind»! Und dann doch dem Drängen aus der Not und aus der Absicht, retten zu wollen, nachgibt. Die Gottverlassenheit ist mehr als eindrücklich. Das Bühnenbild verdient Erwähnung, ein scheinbares Sammelsurium aus Versatzstücken, die für sich einzeln eine kleine Bühne darstellen, abstrakt und konkret gemischt, wie es die Adaption des Stoffes besser nicht ausdrücken kann. Die Idee, die «Ritter» in einem Grossraumbüro anzusiedeln, das Spiel mit den «KEIA»-Kartons und der feinen Ironie der Gebrauchsanweisungspersiflage, das alles vermochte ebenso zu überzeugen wie das von Marie an einem Grabstein in die schwarze Nacht sehnsuchtsvoll hinaus gestöhnte Rezept. Eine Geburt unter Palmen. Eine Parade von Kinderwagen «aus alter Zeit». Gleichzeitig laufen mehrere Bilder ab, die Massenszenen sind beispielhaft choreographiert, Apples der Unermüdlichkeit und Disziplin der Spieler, die eine Präzision vermittelt, die man im Laientheater nicht oft findet. Anzumerken wäre, dass die eingesetzte Hochsprache teilweise, wie beim Jäger, packend vorgetragen wird. Wenn es denn da und dort nicht so ganz bühnenrein klang, dann möchte ich anfügen, dass die Schauspielschule ca. 3 Jahre geht und eine Probensaison im besten Fall ein paar Monate. Es braucht Zeit und Übung, die Vokale schneller oder langsamer zu sprechen, resp. höher oder tiefer zu betonen. Ein paar «hinterlistige» Konsonanten gibt es ja auch noch. Deshalb Applaus für die Mühe! Das Schlussbild wird mir noch lange auf der Netzhaut bleiben. Der Jodelchor und alle treten am Schluss auf mit der Maske des Jägers, also des Teufels, das ist so grossartig inszeniert, dass man mit Applaus weder sparen noch aufhören möchte.&lt;br/&gt;Der Spielort, der alte Gottesacker, hat hier und da zu Kommentaren geführt, ob man solle, ob man könne etc. Ich finde, man sollte und man konnte. Am nächsten Tag hatte ich im Gewächshaus bei einem Konzert zur 150-Jahr-Feier der Stadtgärtnerei ein Gespräch mit einer älteren Dame, die begeistert von der Aufführung erzählte und auf die Frage: Gottesacker? meinte,  da lägen noch die Gebeine ihrer Grossmutter und Urgrossmutter und sie ginge oft über den Friedhof. Scherzhaft meinte ich, da müsse sie aufpassen, dass sie niemandem auf die Füsse träte. Sie sagte: «Ach, nur die Lebenden treten einander auf die Füsse!» Noch Fragen?&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Hans Stelzer&lt;br/&gt;</description>
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      <title>Freilichtspiele Illnau</title>
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      <pubDate>Wed, 10 Aug 2011 14:53:46 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.theater-zytig.ch/Theater_Zytig/Stuckwahl/Eintrage/2011/8/10_Freilichtspiele_Illnau_files/Bespr.%20Illnau.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.theater-zytig.ch/Theater_Zytig/Stuckwahl/Media/object005_1.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:254px; height:135px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Man setzt sich also rein in die grosse Tribüne, lässt seine Augen über das Bühnenbild (ein veritables kleines Dorf) schweifen und geniesst das «Vorspiel», schaut spielenden Kindern zu, gereinigt wird auch und der eine oder andere Schwatz ist zu beobachten. Dann beginnt das Spiel: Ein Schneider mit seinem Gesellen in der Werkstatt, dazu kommt die hochschwangere Frau und es bleibt seltsam ruhig. Der Funke springt irgendwie nicht über, obwohl der Schneider einen herrlichen Lampenfieber-Anfall hatte und auch die anderen beiden Darstellenden zu überzeugen wussten. Die Szene war wohl zu intim, zu klein, um die Zuschauer zu packen. Auch der Auftritt der fidelen Seldwyler vermochte die Sache noch nicht so richtig in Schwung zu bringen. Dann aber kam die erste Gesangseinlage der Puppenspieler und es ging los. Das Haus der Schneiderwerkstatt wurde gedreht und hervor kam ein Gasthaus, die ersten Massenszenen füllten die grosse Spielfläche und der Funke sprang über auf die Tribüne. Und so gings dann weiter: Alle Möglichkeiten des Freilichtspiels wurden ausgekostet. Dazu gehörten die bereits erwähnten Massenszenen, eine äusserst überzeugende Live-Band mit toller, zum Stück passender Musik und schöne Choreografien. Besonders toll fand ich jene zum Dorffestlied, bei der gezeigt wurde, was das Bühnenbild hergibt. Da flogen Türen und Fenster im Takt der Musik auf und zu, dass es eine wahre Freude war. Es fuhren Kutschen vor und immer wieder hatten Kinder ihre kleinen, bezaubernden Auftritte. Was wäre ein Dorf ohne Kinder? Das Licht wurde überzeugend eingesetzt und es entstanden immer wieder tolle Stimmungen, an denen sich das Auge kaum satt sehen konnte. Da durften die Darsteller nicht hinten anstehen und das taten sie auch nicht. Der Schneider wurde schon erwähnt und seine Frau verstand es, beim schwärmerischen Romanvorlesen alle Register zu ziehen. Die hohen Herren von Goldau überzeugten in ihrer Blasiertheit und krochen dem vermeintlich hohen Gast dann trotzdem bis zu den Schultern in den Arsch (sorry Hinterteil). Die drei schwärmerischen Jungfern kamen schön rüber, naiv und etwas weltfremd. Die Auftritte der vier älteren Damen waren jedesmal ein Genuss. Der Wirt und sein Personal überzeugten in ihrem natürlichen Spiel und taten alles, um den «Grafen» zu umgarnen und ihm das Münz aus der Tasche zu ziehen. Das Nettchen (so hiess sie tatsächlich) war nicht nur nett, sondern brachte die junge Verliebtheit, die durch nichts zu zerstören war, natürlich und gekonnt aufs Kies (gespielt wurde ja in einer Kiesgrube). Der Schneidergeselle und vermeintliche Graf war die Hauptfigur des Stücks und entsprechend war der Darsteller gefordert. Er zeigte seine Figur mit vielen Nuancen von Verliebtheit bis Verzweiflung und in den Graf-Szenen auch mit der nötige Hochnäsigkeit. Er liess keinen Moment nach, trotz der enormen Zeit, die er auf der Bühne stand. Chapeau, starke Leistung! Der Regisseur hat offensichtlich mit seinen Darstellenden gearbeitet, Figuren kreiert, mit vielen witzigen Ideen auch die Nebenschauplätze belebt, in den Massenszenen Kraft und wunderschöne Bilder erzeugt. Ein Freilichtabend zum Geniessen, und für einmal hat diesen Sommer auch das Wetter mitgespielt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Gerhard Lengen&lt;br/&gt;</description>
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